Als Rechtsanwaltsfachangestellte in Kanada

Aus meiner Praxis: Als ReFa in Kanada

Auslandsaufenthalte bringen Mitarbeiter weiter – in der persönlichen und professionellen Entwicklung. Heute möchte ich daher über eine Rechtsanwaltsfachangestellte berichten, die den Weg ins Ausland gewagt hat.

Die junge Frau hatte das eigentlich gar nicht geplant, es war ein eher spontaner Entschluss und es passte auch gerade alles: Nicht liiert, noch nicht räumlich gebunden, offen für eine neue Erfahrung. Sie kündigte also ihre Stelle, mit der sie zu jenem Zeitpunkt nicht ganz glücklich war, und bewarb sich über „Work & Travel“ für einen Aufenthalt in Kanada.

Schon bald erhielt sie die Zusage.

Bei den Formalitäten wurde sie von Work & Travel unterstützt. So buchte sie ihren Flug nach Vancouver und nahm zunächst den „Job“ an, der ihr von W&T vorgeschlagen worden war. Erstmal was haben, dann schauen was es vor Ort gibt, so dachte sie und gleiches galt für das Wohnen.

Sie hatte sich für eine der schönsten aber auch teuersten Städte der Welt entschieden, fand jedoch das Leben dort durchaus finanzierbar. Große Ansprüche habe sie nicht, es ging ihr darum, Land und Leute kennenzulernen. Und gerade das Kennenlernen hätten ihr die kontaktfreudigen Kanadier leicht gemacht. Alleine oder allein gelassen hat sie sich keine Sekunde gefühlt.

Nach einer Orientierungsphase fand sie, worauf sie kaum zu hoffen gewagt hatte: Eine sehr interessante Stelle bei einer lokalen Anwaltskanzlei. Diese war klein, hatte einen interessanten rechtlichen Schwerpunkt mit ebenso interessanten Mandaten und die junge Frau durfte hier bald schalten und walten. Ihr Englisch wurde rasch sehr gut, sie lernte auch viel über kanadisches Recht und natürlich die entsprechenden Vokabeln des „legal English“.

Als ihr Aufenthalt vor Ort sich nach zwei Jahren dem Ende näherte, sondierte sie die berufliche Lage für ReFas in Deutschland. Schon wenige Tage nach ihrer Rückkehr konnte ich ihr mehrere Bewerbungsgespräche vermitteln. Eine ReFa mit Auslandserfahrung, daran waren viele Kanzleien interessiert. So fand die Kandidatin rasch eine passende Stelle, mit einem deutlich besseren Gehalt als vor ihrem Auslandsaufenthalt. Sie kann ihre nun sehr guten Englischkenntnisse beruflich einbringen und ihr neuer Arbeitgeber findet es klasse, eine neue Mitarbeiterin zu haben, die sogar in ihrem erlernten Beruf in Kanada gearbeitet hat.

Eine echte Erfolgsstory. Die Erfahrung, es im Ausland alleine geschafft zu haben, hat sie reifen lassen. Die Entspanntheit der Kanadier habe auf sie abgefärbt, sie sei jetzt lockerer als vorher. Die Erfahrung, sich als ReFa im Ausland behauptet zu haben, kann ihr keiner mehr nehmen. Sie hat ihr in Deutschland viele Türen geöffnet und sie selbstbewusster gemacht. Sie ist sehr froh, dass sie den Schritt ins Ausland gewagt hat und mag möglichst viele Kolleginnen und Kollegen ermuntern, es ebenfalls zu wagen: Nicht lange darüber nachdenken, es einfach tun.

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