Motivieren, anerkennen, loben – so einfach und doch so schwer…

Motivieren, anerkennen, loben – so einfach und doch so schwer…

Motivation ist, die Mitarbeiter – ganz konkret – zu ermutigen und Leistungen anzuerkennen.

Der Autor Richard Conniff hat sich mit dem Thema Mitarbeitermotivation intensiv beschäftigt und herausgefunden: Regelmäßiges Feedback kann die Motivation und Leistung von Mitarbeitern um 10 Prozent steigern. Diese für erreichte Ziele und gute Leistungen zu würdigen und dies aufrichtig anzuerkennen, verbesserte die Motivation gar um 17 Prozent. Nebenbei verbesserte es die Beziehungen untereinander und zum Chef.

Übrigens: Lob und Anerkennung sind nicht dasselbe

Nicht wenige setzen Lob mit Anerkennung gleich, häufig werden beide Begriffe sogar synonym verwendet. Doch das ist so nicht richtig. Es gibt einen entscheidenden Unterschied:

Lob
ist eine Form spontaner Wertschätzung. Es muss möglichst konkret sein, damit es wirkt und der Gelobte weiß, warum er oder sie es erhält. Loben können der Chef ebenso wie die Kollegen oder Kunden. Vergleichbar ist diese Form der Wertschätzung mit einem gelegentlichen Schulterklopfen.

Anerkennung
ist hingegen mehr Haltung als spontane Wertschätzung: Jemand erkennt die regelmäßige Qualität oder Leistung einer Person an – und respektiert und schätzt die Person dafür.

Jeder möchte geschätzt werden, Chefs ebenso wie Mitarbeiter. Selbst wenn es den Anschein hat, wir wären unabhängig und selbstständig, brauchen wir andere zur Stärkung unseres Selbstwertgefühls. Und die Motivation ist umso stärker, je mehr Begeisterung und Selbstwertgefühl die Anerkennung hervorruft und möglicherweise sogar die Form einer Geschichte annimmt, die der Mitarbeiter noch nach vielen Jahren seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen erzählen kann. Es ist die Belohnung unserer Arbeit und Leistung – eine Art wertsteigerndes Feedback.

Persönliches Beispiel: Noch zu meiner angestellten Zeit hatte ich gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen ein sehr anstrengendes und zeitraubendes Projekt zu stemmen, das sich über mehrere Monate hinzog. Morgens um 2 Uhr saßen wir erschöpft beieinander und mailten unserem Chef: „Wir haben fertig, alles abgeschlossen, gelungen und gut“. Prompt kam die Rückmeldung. Wir wurden alle drei mit Partnern von unserem Chef und seiner Frau auf ein Wochenende in ein tolles Hotel eingeladen. Wir wohnten alle in Suiten, den Abend verbrachten Chef und Gattin gemeinsam mit uns und unseren Partnern bei einem sehr schönen Essen. Das ist jetzt mehr als 10 Jahre her und schon damals sagte ich „das werde ich mal meinen Enkelkindern erzählen“. So eine persönliche Geste, die auch noch die private Zeit am Wochenende eines sehr beschäftigten Menschen und seiner Frau beinhaltete, das war ein Zeichen von Wertschätzung, das uns alle überraschte und sehr beeindruckte. Das ist wirklich etwas, das ich nie vergessen werde. Es war und ist mir bis heute mehr wert als ein Scheck.

Was wir alle im Alltag rasch vergessen: Alle freuen sich über ein Lob, über Anerkennung, Chefs wie Kollegen. Einer Kollegin oder einem Kollegen (beispielsweise weil mich jemand in meinem Urlaub prima vertreten hat) zu sagen „danke, das hast du klasse gemacht, ich konnte ganz beruhigt urlauben“, das geht viel zu oft in unserem Alltag unter. Und, mal ehrlich, fokussieren wir uns nicht viel zu oft auf etwas, das nicht geklappt hat anstatt auf das, was gut gelaufen ist? Haben wir nicht sogar die Sorge, dass uns jemand so toll vertreten hat, dass wir unsere eigene Stellung dadurch gefährdet sehen (was im Grunde nie stimmt sondern eher von zu geringem beruflichem Selbstwertgefühl zeugt)?

Also, warum nicht mal Chefs, Kollegen, Geschäftspartner „liken“, und zwar nicht virtuell, sondern ganz real? Hey, Chef, das haben Sie richtig klasse gemacht! Hallo Kollegin, danke, das war toll! Hallo …

Quelle: Karrierebibel (Auszug)

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