Eltern machen sich zu viele Sorgen um die Berufsorientierung ihrer Kinder

Unlängst habe ich gepostet, dass Eltern sich zu viele Sorgen um die Berufsorientierung ihrer Kinder machen, ihnen zu wenig trauen, dass sie ihren Weg schon gehen werden. Hier eine sehr schöne Erfolgsstory dazu:

Ich hatte eine Teilzeitstelle für den Personalbereich ausgeschrieben. Der Lebenslauf des Bewerbers: Mittlere Reife, Berufsausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann, erste Berufspraxis. Fachhochschulreife nachgeholt, Studium Bachelor und Master, jeweils mit Schwerpunkt Personal, jeweils mit sehr guten Abschlüssen. Sucht beruflichen Einstieg.

Weshalb bewirbt sich jemand, der so qualifiziert ist, um eine Teilzeitstelle? Neugierig geworden, rufe ich den Bewerber an.

„In allen Stellenangeboten ist von mindestens erster Berufserfahrung die Rede und die habe ich nicht.“ Deshalb habe der Bewerber sich nun entschlossen, noch die Fortbildung zum Personalfachkaufmann anzugehen und dazu wäre eine Teilzeittätigkeit gut, damit genügend Zeit zum Lernen bleibt.

„Schauen Sie doch mal genau, was Sie im Rahmen des Personalfachkaufmanns lernen würden, was Sie nicht schon im Studium behandelt haben“, ist mein Tipp. Denn aus meiner Sicht fehlt ihm jetzt der Einstieg, nicht noch mehr theoretisches Wissen.

Wir tauschen uns weiter aus, ich erfahre mehr über die Motivation und Wünsche des Bewerbers. Zwei Dinge fallen mir auf: Sein technisches Know-how ließe sich vielleicht mit dem Personalbereich verbinden, wenn man beispielsweise an Hersteller von Personal-Software denkt.

Gleichzeitig mag ich den Bewerber ermutigen, selbstbewusster an den Markt zu gehen. Er hat einen tollen Weg vorgelegt. Jetzt muss er sich auf seine Stärken konzentrieren, nicht auf die eine einzige (vermeintliche) Schwäche, die fehlende Berufspraxis. Er darf nicht tiefstapeln, sondern soll nach wirklich adäquaten Stellen Ausschau halten. Nicht als Personalsachbearbeiter (womöglich in Teilzeit) sondern als Personalreferent. Hierfür ist er bestens qualifiziert und die noch fehlende Berufspraxis wird er rasch erwerben.

Schon bald nach unserem Gespräch erhalte ich eine erste E-Mail: Der Bewerber ist mit einem Unternehmen ins Gespräch gekommen, die Stelle als Personalreferent für Ausbildung und Personalentwicklung interessiert ihn, der mögliche Arbeitgeber macht einen sehr guten Eindruck auf ihn.

Nun erhielt ich die Nachricht, dass der Bewerber bereits bei dem Unternehmen angefangen hat, dass es ihm sehr gut gefällt, dass er freundlich empfangen wurde. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Und endlich kommt nun auch die ersehnte Berufspraxis.

Lieber Herr G., ich wünsche Ihnen weiterhin von Herzen alles Gute!

Blonde Frau im Businessoutfit mit  Daumen hoch

Foto: Fotolia_44648438_© absolutimages

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