Neue Kollegen einarbeiten – das kann in die Hosen gehen …

Willkommenskultur: Neue Kollegen einarbeiten (Teil 1 von 2)

Die ersten Tage im neuen Job sind voller Unsicherheiten: Wo muss ich hin? Wo finde ich was? Eine fremde Umgebung, neue Kollegen und Aufgaben – alles prasselt auf den Neuankömmling ein. Für viele ist das verwirrend und macht sie nervös. Greifen das Kollegium oder der Chef jetzt nicht ein, ist der neue Kollege im Handumdrehen überfordert und findet keinen Einstieg. Das Ergebnis: Nach kurzer Zeit ist der Neue enttäuscht und verlässt womöglich das Unternehmen wieder. Für das Unternehmen geht dann die aufwendige und kostspielige Personalsuche wieder von vorne los. Doch wer eine Willkommenskultur etabliert und sich Zeit nimmt, neue Kollegen einzuarbeiten, stellt die Weichen für eine gute Zusammenarbeit.

Willkommenskultur: Einarbeitung zahlt sich aus

Fotolia_60390583_© Robert Kneschke

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Es ist eine Szene, wie sie an jedem Arbeitsplatz vorkommen kann: Ein neuer Kollege kommt an seinem ersten Tag ins Büro. Die Büroassistentin empfängt ihn an der Tür und bringt ihn zu seinem Schreibtisch. Der Chef schaut kurz vorbei, begrüßt ihn und ist gleich schon wieder weg. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde mit den Kollegen erhält er einen Stapel Unterlagen, um sich einzulesen. Die anderen Kollegen wenden sich wieder ihrer Arbeit zu und so bleibt es dem Neuen selbst überlassen, sich zurechtzufinden und sich im Notfall mit Fragen an die Kollegen zu wenden.

Viel zu häufig verläuft der erste Tag eines neuen Mitarbeiters nach diesem Muster. Nach einer kurzen Begrüßung wird er mit irgendeiner Aufgabe beschäftigt und vergessen. Die Kollegen stecken selbst bis zum Hals in Arbeit und haben keine Zeit, sich um ihn zu kümmern. Der Chef natürlich auch nicht. Meistens ist es die Teamassistentin, die dann einen kleinen Rundgang macht und das Nötigste erklärt. Doch eine richtige Einarbeitung ist das nicht und von einer Willkommenskultur kann dabei keine Rede sein.

Stattdessen fühlen sich neue Kollegen eher, als würden sie die anderen stören und von deren Arbeit abhalten. Leider finden die lieben Kollegen dabei immer irgendeinen Grund, eine Ausrede, weshalb die sich an der Einarbeitung des neuen Kollegen nicht beteiligen und due rechtfertigen soll, warum das eigentlich auch gar nicht so schlimm ist:

  • Das bekommt der neue Mitarbeiter schon hin, so schwer ist das doch nicht
  • Er oder sie ist hoch qualifiziert, dass muss auch so gehen
  • Der Sprung ins kalte Wasser hat noch niemandem geschadet
  • Learning by doing ist angesagt – und sowieso am effektivsten
  • Die Kollegen hat auch niemand eingelernt – und sie sind trotzdem gut

Immer wieder wird sich eingeredet, ohne die Einarbeitung neuer Kollegen lasse sich Zeit sparen.

Ein großer Irrtum!

Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, denn ein Mitarbeiter, der nicht ausreichend eingearbeitet wurde, braucht länger, um sich zurecht zu finden und macht zwangläufig eher Fehler – ohne selbst dafür die Schuld zu tragen, er wusste es schlichtweg nicht besser und niemand fühlte sich dafür verantwortlich, ihn zu informieren.

Fest steht, das Ausbügeln dieser Fehler wird letztlich meist deutlich mehr Zeit kosten als eine gründliche Einarbeitung.

Weshalb wurde der neue Kollege oder die neue Kollegin überhaupt eingestellt? Vermutlich, weil es den Bedarf gab. Sollte also der „Neue“ nicht möglichst rasch zur effizienten Entlastung des Teams beitragen können? Wie soll man das aber, wenn es keine vernünftige Einarbeitung gibt?

Hinzu kommt, dass eine wirkliche Willkommenskultur von Anfang an eine stärkere Bindung zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen ermöglicht. Die neuen Kollegen freuen sich über den netten Empfang, werden gleich ins Team integriert und haben von Anfang an das Gefühl, dazuzugehören. Sie können rascher aktiv unterstützen. Wer das Gefühl hat, willkommen zu sein, traut sich auch, Fragen zu stellen. Fühlt man sich jedoch überflüssig und allein gelassen, wird man auch keine Fragen stellen. Im schlimmsten Fall folgt der sich einstellenden Resignation die Kündigung noch innerhalb der Probezeit. Damit hätte niemand etwas gewonnen.

(Quelle: Karriere-Bibel)

In einem zweiten Teil folgen konkrete Tipps für eine gelungene, gute Einarbeitung.

 

 

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