Sie wollen sein wie alle anderen…

Sie wollen sein wie alle anderen. „Mainstream“ ist für Jugendliche kein Schimpfwort mehr.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb unlängst über die Jugendlichen von heute. Das „Sinus-Institut“ für eine Studie 72 Tiefeninterviews mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren geführt. Repräsentativ sind die Ergebnisse daher nicht. Aber interessant sind sie trotzdem:

„Mein Geschmack ist wie bei allen anderen auch.“ (männlich, 14 Jahre)

„Ich glaube, meinen Geschmack hat jeder, also haben auch andere. Der ist jetzt nicht so besonders. Ich bin ehrlich.“ (weiblich, 15 Jahre)

„Ich bin ja eher so ein Mensch, der harmonisch mit anderen Menschen zusammensitzt und sich unterhält. Streit geht bei mir gar nicht.“ (weiblich, 17 Jahre)

„Ich versuche, mich allen anzupassen. Das gelingt mir hoffentlich.“ (männlich, 16 Jahre)

Fotolia_©George Dolgikh

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„Wirklich wichtig im Leben ist, dass es mir und meiner Familie gut geht. Und auch meiner Freundin. Und dass ich mich mit allen verstehe, mit meinen Freunden, meiner Freundin und meiner Familie. Und dass ich glücklich bin. Und alle anderen auch.“ (männlich, 15 Jahre)

„Wenn ich mit meiner Schule und meiner Ausbildung fertig bin, dann will ich natürlich heiraten. Heiraten und dann Kinder kriegen, das will ich natürlich. Ich liebe Kinder.“ (weiblich, 15 Jahre)

Klingt alles in allem nach einer sehr angepassten Generation. Wobei mich der 16-jährige erschreckt, der sich „allen“ anpassen will. Was erhofft er sich von dieser „Überanpassung“? Was ist wohl seine Motivation für eine solche Aussage? Wissen seine Freunde, wer er wirklich ist?

Ich meine, nur wer zutiefst verunsichert ist, sucht in der Anpassung sein Heil. Was verunsichert also diese Jugendlichen so sehr? Welchen Einfluss wird ihre Einstellung auf das Berufsleben haben, wenn sich die Überanpassung dann fortsetzt?

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